Shoppingtour im Hundewunderland

Heute habe ich wieder mal live erlebt, wie es ist, mit einem Hund ein Hundebedarfsartikelgeschäft zu besuchen. Normalerweise tue ich das ja ohne Hund. Viel entspannter für Zwei- und Vierbeiner, wenn der beste Freund des Menschen so lange im Auto wartet, bis in meinem Fall «Frauchen» die gefüllten Taschen im Auto verstaut hat. Aber eben: heute war es nicht normalerweise, sondern ganz anders.

Nach Tierarztbesuch und Wunde kleben, war ein anderer Anti-Kratzkragen für Leela angesagt. Nein, probieren gehe nur im Laden. Also denn, Leela hüpft freudig aus dem Auto mit ihrem bisherigen Trichter um den Kopf ( der sollte eben durch einen genialen, angenehmer zu tragenden Kragen ersetzt werden ) und steuert sehr motiviert in Richtung Eingangstür des Hundeschlemmerparadieses.
Bereits hier frage ich mich, ob das Neuromarketing auch bei den Tierfachgeschäften Einzug gehalten hat. Duftstoffe versprühen und so, um das Belohnungszentrum der Hunde olfaktorisch zu aktivieren, bevor sie überhaupt eine Pfote über die Schwelle gesetzt haben. Oder haben die gar eine Sprühspur gelegt mit Wurstwasser? Oder eine Leparfait - Fährte? Unsichtbar für den Zweibeiner, aber unwiderstehlich für unsere Oberschnüffler?
Während ich mir noch darüber Gedanken mache und hinter meinem hochbegeisterten Trichterhund die Eingangsporte passiere, steht bereits die erste Prüfung in Sachen Grundgehorsam an. Während ich auf den Handdesinfektionsstand zusteure, schnellt Trichter -Leela wie ein Pfeil in die andere Richtung auf den gefüllten Fressnapf zu.
Zusammengefasst: ich befolge die Hygieneregeln und Leela folgt ihrem inneren Bedürfnis nach Selbstbelohnung. Echt, die Näpfe habe ich total übersehen. Wie abgefahren: Desinfektionsstand und Fressbar exakt 2m auseinander. Jedem seine kleine Willkommenszeremonie.
Während ich mich für weitere Abenteuer rüste und Leela wieder unter Kontrolle habe, werden wir wärmstens von einer Mitarbeiterin empfangen, die gleich noch ein Versuchshäppchen für Leela bereit hält. Sozusagen ein Trösterchen, weil sie das Teil um ihren Kopf tragen muss. Leela schon wieder hell begeistert, ich schreie innerlich entsetzt auf, bewahre die Contenance und lehne dankend ab, was mir einen sehr missbilligenden Blick von Leela in meine Richtung einbringt, nach dem Motto: was war das denn, eh? Was soll`s, schliesslich wollen wir ja nur diesen Kragen probieren und wieder raus aus dem Laden.
Leela, immer noch etwas neben den Pfoten vom Tierarztbesuch, hat`s gerade nicht mehr so mit Impulskontrolle und Frusttoleranz. Was denn, Kragen probieren? Da gibt es Spannenderes zu tun. Sie steuert unbeirrtt zwischen den Regalen durch, stösst mit dem Teil um ihren Kopf mal hier mal dort an und folgt ihrem instinktsicheren Drang nach noch mehr Selbstbelohnung.
Hoffentlich bringt niemand mein Hundeschulauto mit mir und Leela in Zusammenhang. Inkognito wäre cool und hier ist nicht mal Maskenpflicht. Alle oben ohne.
Der langen Schreibe kurzer Sinn: schliesslich haben wir die Halskrause probiert ( schaut übrigens hip aus, wie einer jener Rettungsringe bei Baywatch ) und Leela glücklich ins Auto verfrachtet, nicht ohne dass ihr beim Ausgang nochmals ein Gudi angeboten wurde, mit den rührigen Worten: «Die armi Patientin, was het sie denn? Lueg, do hesch no es Tröschterli uf de Wäg». Als ich nach einer gefühlten Ewigkeit wieder im Auto sitze,  muss ich einfach mal lachen über dieses Erlebnis. Genau wie in den Einkaufsgeschäften für uns Zweibeiner. Da sehe ich immer wieder Mütter, die verzweifelt um die Aufmerksamkeit ihrer vorauseilenden Sprösslinge buhlen, während sie ihre Einkaufswagen durch die Gänge schieben. Und all die Verlockungen auf Kinderaugenhöhe, bereit zum Mitnehmen für all die Patschhändchen, die sich sehnsüchtig danach recken. «Mami, dörf i so eis? Wieso nööööd; du bisch aber ganz gemein».
Naja, die fragen wenigstens noch. Trotzdem: Der Stresslevel für die Mütter im "Baldi" oder "Selbergross" ist sicher nicht minder hoch als für uns Hundehalter im "Omnipet", Mehrno" oder in der "Fressinsel".
Was ich jedoch ganz perfid finde, sind die offenen Rinderkaustangen oder die Schoggistengeli im Warteraum vor der Kasse. Mensch abgelenkt, Hund schnappt sich so ein Teil; naja, wenn`s im Fang ist, geht`s sicher nicht mehr ins Regal zurück. Schon alleine aus Hygienegründen undenkbar. Schon gar nicht in Zeiten des Coronavirus. Und weil Fiffi es so sehr liebt, nehmen wir doch gleich noch Reservestangen mit nach Hause. Und ein angelutsches Schoggistengeli schaut auch nicht mehr so Verkaufsschlagermässig aus für andere Kunden.
Man rechne kurz durch: bei nur 50 (vierbeinigen) Kunden am Tag wären das 50 angebissen Kaustangen à je 6 sfr. Ja ich weiss, dein Hund würde das nie machen und wenn, würdest du das nie erzählen. Auch ich habe diese Geschichte nur erfunden. Mein Hund würde das auch nie tun, ist ein rein hypothetischer Gedanke. Bleiben aber trotzdem noch die restlichen 49 Hunde übrig, die sich nicht ganz so toll im Griff haben wie unsere Streberli.

In diesem Sinne, geniess das Shoppen und lass deinen Liebling gechillt im Auto warten.

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