Das Glück dieser Erde geht auf vier Pfoten

Kennt ihr das auch? Ihr sitzt da, lasst den Blick auf eurem Vierbeiner ruhen und es wird ganz ruhig in euch.
Gerade vorhin hatte ich wieder so einen Moment. Devi, unsere älteste Hündin im Rudel, liegt entspannt in ihrem Bettchen und schnarcht lautstark vor sich hin. Ihre Lefzen beben leicht bei jedem Schnarcher und sie wirkt so völlig entspannt und zufrieden mit sich und der Welt.

Ich schaue ihr zu und lasse meine Erinnerungen Revue passieren. 12 - einhalb Jahre sind wir nun schon zusammen. Ein eingespieltes Team, wir vertrauen uns fast blind, kennen die gegenseitigen Stärken und Schwächen und wissen, dass wir uns aufeinander verlassen können. Zwölf Jahre gemeinsam auf einem Weg sein, dafür bin ich so unendlich dankbar. Devi hat mich in all den Jahren viel gelehrt über das Leben, die Freude, die Sorgen, die Zuversicht, die Hoffnung und die Liebe. Auch heute in ihrem nun doch schon hohen Alter ist sie immer noch der ruhende Pol im kleinen Rudel. Sogar der Kater respektiert unsere Grande – Dame und hält bei ihr Hof.
Schon zwei Welpen hat Devi mit mir gemeinsam in die Familie integriert und ihnen das hündische 1x1 im Rudel beigebracht. Von den Besuchshunden mal abgesehen, da ist sie jeweils Frau Rottenmeier und sehr streng. Ich muss jedes Mal schmunzeln, wenn ich an ihre strategischen Erziehungsmassnahmen denke, die sie zu Beginn jeweils ganz bewusst und unmissverständlich durchgezogen hat. Da war zum Beispiel die Stofftiermassnahme, in welcher sie ein Stofftier vor den Welpen legte und klar und deutlich kommunizierte, dass der kleine Welpi das Teil erst nehmen darf, wenn sie es gnädigst erlaube. Wurde diese Intervention dann von allen verstanden, hatten die kleinen Racker ab sofort den freien Zugang zu allen Stofftieren im Haus. Es sei denn, Devi hegte gerade die Absicht, uebungshalber und aus Respektsgründen ihr gegenüber, die Uebung wieder aufzufrischen. Funktionierte immer und tut`s auch heute noch. Oder die Erlaubnis für die Welpen, nach gefühlten 4 Tagen mit ihr das Bettchen zu teilen und Kontakt zu liegen. Dieser Moment hat mich bei jedem Welpen sehr berührt. Devi war die Supernanny und ist heute noch die Chefin im vierbeinigen Team.
Mit einem Hund gemeinsam durchs Leben zu gehen, ist so viel mehr als Hundeerziehung, Hundesport, Hundetherapie oder Hundeirgendwas. Es ist in erster Linie eine Entscheidung für eine kompromisslose und lebenslange Freundschaft. Es gibt Situationen, wo ich kurz schaue, was Devi von mir denkt, wie sie meine Reaktion oder mein Handeln einstuft. Auch fallen mir diverse Szenen ein, wo Devi vor mir eine Entscheidung getroffen hat und mich abwartend beobachtet, ob ich nicht doch endlich die Situation regeln könnte. Zum Beispiel, wenn Avani, unser Katerchen, sich auf den Küchentisch setzt. Oder seine Nase ungefragt in einen Hundefressnapf steckt. Oder wenn Panda, unsere Jüngste, auf «Diebestour» geht. Sollte ich nicht schnell genug reagieren, bellt Devi lautstark und unmissverständlich in die Runde. Und sie hat damit sogar Erfolg.
Devi ist mit uns schon 3x umgezogen und teilt seit ihrem 3.Lebensmonat nicht nur das zu Hause und unseren Lebensalltag sondern auch die Arbeit mit mir. Sie hat ganz klare Vorstellungen darüber, wie sie ihr Leben gestaltet, was ihr Freude macht und worüber sie doch eher die Nase rümpft.
Devi und ich, wir verstehen uns mittlerweile fast telepathisch. Ein bisschen so, wie ein älteres Ehepaar, das um die Vorlieben und Schwächen des anderen weiss und diese auch so stehen lassen kann. Beide sind wir in diesen Jahren neben all dem Schönen auch durch persönliche und gesundheitliche Krisen gegangen, jede auf ihre eigene Art und Weise.
Heute schreibe ich über Devi, weil sie mich gerade sehr berührt. Sie schläft viel, schnüffelt draussen unendlich lange an einem Grashalm, verweilt sich auf den Spaziergängen in die Stadt an jeder Ecke, möchte gefühlt in jeder Bäckerei einkaufen gehen und stellt sich stur wie ein Esel, sollte ich die Bäckerei nicht auch auf meiner Einkaufstour haben. Nachts hat sie ein kleines Nachtlicht an, was ihr mehr innere Ruhe und Sicherheit gibt und sie bezieht ihren Platz zum Morgenkuscheln auf dem Bett, indem sie die eigens für sie gebastelte Rampe hochmarschiert. Wenn ich in unserem sehr kleinen Badezimmer bin, drängt sie sich spätestens beim Zähneputzen durch die Tür und legt sich auf den wenigen Quadratmetern für eine Knuddelrunde hin; dasselbe dann nochmals ausserhalb des Badezimmers. Ohne mindestens zweimal Bauchkraulen geht gar nichts am Morgen. Die Zeit plane ich dann einfach ein. Zumal ja auch noch die beiden anderen Hundedamen auf ihre morgendlichen Streicheleinheiten warten.
Wenn ich die Möglichkeit habe, Devi betreut zu Hause zu lassen, frage ich sie, ob sie mitkommen oder lieber einen «Chilltag» mit Raphael einschalten möchte. Das darf sie selber entscheiden und das macht sie prima. Während die beiden anderen Damen schon frohlockend im Auto sitzen und winken, schaut sie kurz aus der Haustüre und geht dann wieder rein zum Abhängen. Ich gönne ihr diese Auszeit-Tage von Herzen und freue mich wie ein Schneehase, sie am Abend wieder zu sehen.
Ich bin so unendlich dankbar, mit unseren Tieren das Leben zu teilen. Wenn ich wie gerade eben um mich schaue, sehe ich 3 Hundedamen und ein Katerchen, die alle zufrieden und entspannt auf Sofa und Teppich liegen und sich ihren Träumen hingeben. Ab und zu zuckt eine Pfote, wackelt ein Ohr oder ein zufriedener Seufzer fliegt in den Raum. Das ist für mich Glück. Jeden Tag von neuem.

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