Hunde als Psychoregulatoren in den ÖV

Wenn ich mit meinen zwei Hundedamen im öffentlichen Raum – speziell in Bus oder Zug- unterwegs bin, stelle ich immer wieder fest, dass diese eine willkommene Projektionsfläche für Menschen in unterschiedlichsten Stimmungslagen sind. Die angenehmste Variante ist sicherlich, wenn meine Hunde dazu dienen, in der betreffenden Person durch Streicheleinheiten Glückshormone auszuschütten, nach dem Motto: ach, sind die süss, darf ich mal streicheln? Oder wenn ich deren Geschichten von den eigenen Lieblingen zu hören bekommen. Die weitaus weniger erfreuliche Version ist, wenn missmutige, sichtlich mit Ärgerfalten gezeichnete Menschen nur auf DEN Moment warten, um ihren ganzen Frust auf meinem oder dem Haupt der Hundedamen abzuladen. Und ehrlich gesagt, da kann ich mich noch so an den Hundeknigge halten, es nützt alles nichts. Wie neulich im Zug, als ein offensichtlich missgestimmter Fahrgast förmlich gedankliche Sprechblasen produzierte, was er uns denn vorwerfen könnte. Eingefallen ist es ihm dann kurz vor der Endstation: wir sollen uns doch schon in den Zwischenraum bei der Zugtüre begeben, damit die anderen Fahrgäste ungestört aussteigen können. In einem Tonfall, der im Knigge sicher keinen Platz gefunden hätte. Auffallend war, dass die Hunde gar nicht aufgefallen sind. Sie lagen beide tief schlummernd unter den Sitzbänken, mit sich und der Welt im Einklang. Eventuell sollte man diese wichtige psychoregulatorische Funktion im Fahrpreis berücksichtigen, als Dienst an den Mitmenschen.

Bea Koti, Winterthur, Hundetrainerin und Hundeführerin

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