Von Trackern, Ungehaltensein und der Buddhanatur

Und heute bin ich wieder einmal in die Hundetrainerfalle ausser Dienst getappt. Ich bin im Prinzip sehr diszipliniert und mische mich kaum bis selten ein. Ausser, wenn beim Anblick eines aus lauter Stress sehr ungehaltenen Hundes die inneren Pferde mit mir durchgehen. Wenn der Mensch in einer solchen Situation dann auch noch Sätze von sich gibt wie: "Nein, Aus, Pfui " und wie ein Irrer an der Leine zieht, bin ich innerlich schon im vollen Galopp.


Nach einem gemütlichen Spaziergang mit den Hundedamen, schon fast wieder zu Hause angelangt, nähern sich zwei Menschen mit Hund. Ich scanne innerlich, wie die Energie des Trios ist, wie harmonisch oder eben nicht die Begegnung sein wird. In diesem Fall definitiv chaotisch und mit viel Gedöse. Woraus ich das schliesse? Die beiden Menschen sehen uns, bleiben stehen und suchen hektisch nach ihrem Futterbeutel. Der wird dann beinahe verzweifelt an der Jackentasche befestigt. Sozusagen die Geheimwaffe, für alles was jetzt gleich kommen wird.
Vorsichtshalber mache ich etwas mehr Distanz, setze meine Damen in die Wiese, soweit weg als möglich, um den dreien die Möglichkeit zu geben, einigermassen unbeschadet an uns vorbeizukommen. Habe mir auch noch vorgenommen wegzuschauen, ganz bei mir zu bleiben und einen auf Buddha zu machen. Nur: wer schaut weg, wenn sich ein Hund fast erhängt in der Leine? Ich sicher nicht. Was ich gänzlich schlecht ertrage, sind Menschen, die ihre nicht kontrollierten und sehr erregbaren Hunde am Halsband führen. Und wie die Irren ( die Menschen!) an der Leine ziehen. Also frage ich mal vorsichtig nach, weshalb sie denn kein Brustgeschirr drauf hat, wenn ihr Hund sich so in die Leine hängt?  Man muss kein Hellseher sein, um ihre Antwort vornewegzunehmen: "da zieht er noch mehr!" Klar, spielt ja keine Rolle, ob der Hund sich beinahe stranguliert. Hauptsache, sie kann ihn halten. Und was trägt er denn  für ein kleines schwarzes Gerät am Halsband? Ach so, ein Tracker! Dachte ich mir doch. Aber nur so, zur Sicherheit. Weil er ab und zu aus dem Garten türmt, wenn die Kinder das Türchen offenlassen. Oder rückwärts aus dem Halsband schlüpft beim Ziehen. Dann wissen wir, wo er sich aufhält. Er rennt dann durch den Wald. Ne, ne, das Wild fühlt sich nicht gestört. Die sehen ja, dass wir ihn mittels Tracker jederzeit orten können. Da lassen wir uns nicht irritieren. Der Wald ist schliesslich für alle da. Und jetzt, Achtung! DER ultimative Satz aus ihrem Mund: "Normalerweise macht er das nie mit in die Leine gehen und so. Nur bei bestimmten Hunden. Wenn er spielen kann, ist er zufrieden." Und gleich noch einen obendrauf: "Es waren halt DREI Hunde." Echt!! Mit gefühlten zehn Metern Abstand sitzt das Trio friedlich im Gras. Trotzdem gebe ich ihr den Tipp, sie soll doch, anstatt permanent den Hund zu würgen, einfach eine handvoll Futter ins Gras streuen, damit er ein anderes Verhalten zeigen kann als nach vorne hechten und sie etwas anderes tut, als an der Leine zu reissen wie ein Ochse. Den zweiten Teil des Satzes denke ich mir natürlich. Und siehe da: das arme Tierchen denkt gar nicht mehr an die Hunde, sondern sucht beflissen sein Futter zusammen. Ich bleibe noch eine Weile stehen, bis ich den Eindruck habe, dass der Hund innerlich etwas runtergefahren ist. Und ja, sie besuche jetzt dann in die Hundeschule, war ja Corona - Pause. Und ja, natürlich in einer Gruppe, er soll ja lernen, wie das geht.
Wer mich kennt, weiss jetzt, dass ich innerlich im dunkelroten Erregungslevel angekommen bin. Gruppe, wenn nicht mal ein Minimum an Grundlagen vorhanden ist. Beim Hund nicht und schon gar nicht bei der Hundehalterin. Weder theoretisch noch praktisch. Aber was soll`s, wie eingangs erwähnt, werde ich das nächste Mal wieder Buddha sein und wertneutral meines Weges gehen.

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