"denn isch sie halt sälber schuld..."

Szenenbeschrieb:
Wir – meine 3 Hundedamen und ich - sind an der Töss unterwegs, Sonntagabendstimmung, Enten lassen sich auf dem Wasser treiben und schnattern zufrieden vor sich hin. Die Sonne schickt die letzten wärmenden Strahlen in den Abend, die Vögel bereiten sich auf die bevorstehende Ruhe vor. Die Kläranlage verbreitet den typischen Waschmittelgeruch.


Handlungsstrang:
Im Gegenlicht tauchen zwei Gestalten auf, die sich uns schnell annähern. Meine Hunde machen mich darauf aufmerksam, indem sie leicht aufgeregt zu mir kommen und mich abfragen, was zu tun ist. Ich beobachte die beiden Wesen, die ich jetzt als Mensch und Hund erkennen kann. Der Zweibeiner kommt zügig näher, während der Hund zu zögern beginnt: schleicht vor, legt sich auf den Boden, schleicht vor, legt sich hin. Die Spannung unter meinen Hunden steigt leicht an. Ich selber bin auch etwas irritiert, weil ich keinen Handlungsplan bei der Zweibeinerin erkennen kann. Die Distanz zwischen ihr und dem Hund vergrössert sich schnell. Mittlerweile liegt das Fellbündel wie eine Flunder flach auf dem Boden. Als die Dame bei uns angelangt ist, mache ich sie darauf aufmerksam, dass ihr Hund in 20m Entfernung am Boden klebt und ich gerade nicht beabsichtige, die Distanz zu verkleinern und mich ihm anzunähern. Sie möge sich doch bitte um ihren Hund kümmern. Sie schaut mich genervt an, so als ob ein völlig impertinenter Satz aus meinem Mund an ihr Ohr gedrungen ist. Was soll denn diese Aussage? Nein, losstarten tue sie sicher nicht, ihre Hündin. Dazu sei sie viel zu ängstlich und zudem noch sehr jung. Wie bitte? Und Sie lassen sie dann einfach alleine zurück und warten mal ab, was die Umwelt aus der Situation macht? Was, wenn meine Hunde nun auf die arme Kleine losdüsen, weil sie sich so unsicher verhält und geradezu verleitet, gemobbt zu werden? Tolle Lernerfahrung für einen Junghund. Die lapidare Antwort der Hundehalterin oder besser: der Hundeliegenlasserin: Wenn SIE – die Hündin - meint, sie müsse sich hinlegen, sei das deren Problem. Dann muss sie halt selber schauen, wie sie sich aus der Situation rettet. Sagts und geht weiter. Ohne sich noch einmal umzuschauen. Ich lasse meine Hundedamen warten und gehe zu der jungen Hündin. Sie beginnt sofort zu beschwichtigen, legt sich auf die Seite, leckt sich die Lefzen. Als ich sie freundlich anspreche, entspannt sie sich und drückt sich an mich ran. Ich lasse mir Zeit, rufe die drei Hundedamen zu uns. Ruhige, freundliche Begegnung von allen vieren. Schade, dass die Hundeliegenlasserin diesen wunderbaren Moment verpasst hat. Die Hündin hat gelernt, dass sie im Stich gelassen wird, wenn sie Unterstützung bräuchte von ihrem Menschen. Und irgendwann wird sie dann die Situation alleine regeln. Und die Hundeliegenlasserin wird dann irgendwann eine/n HundetrainerIn anrufen, weil ihre Hündin im Freilauf andere Hunde angeht und sie sich das so gar nicht erklären kann.

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