Die Sache mit den Weiterbildungen

Wie in jedem Berufsfeld üblich, sind auch wir HundetrainerInnen bestrebt, unser Fachwissen auf dem aktuellsten Stand zu halten ( wird ja auch gerne so auf den Webseiten herausgestellt). Dazu gehören nicht nur theoretische Inhalte, sondern ganz viel Praxisbezug, sozusagen Training on the Job.
Ich besuche sehr gerne Weiterbildungen, sofern diese auch wirklich halten, was sie versprechen.

Kürzlich habe ich mich an den Computer gesetzt und gegoogelt: Weiterbildungen für HundetrainerInnen. Ich spreche hier ausdrücklich von Weiterbildung, also nicht davon, wieder bei zero zu beginnen. Hört sich easy und vielversprechend an. Nur: sowas wie eine einheitliche Ausbildung zum Hundetrainer oder Fachperson Hund oder Fachperson Kynologie oder Hundecoach oder Problemhundetrainer oder..… ( bereits da spalten sich die Begrifflichkeiten) gibt es in der Schweiz nicht. So zappe ich mich also durchs Netz und suche nach Fortbildungen oder Weiterbildungen, die nicht wieder bei Adam und Eva oder bei der Ethologie des Hundes beginnen. Was mir durch diesen Dschungel aber sehr ins Auge sticht und im Magen etwas sauer liegt, ist die Tatsache, dass es Ausbildungsfabriken gibt ( ich kann dem echt nicht anders sagen), welche «alte» Ausbildungen in neue Kleider stecken, aus 1 mach 3 ( so lässt sich gut Geld verdienen) und dem Kind dann einfach einen anderen Namen geben. Was früher Hundepsychologie als verpflichtende Grundlage mit dem Aufbaulehrgang zum Hundetrainer war, wird heute auseinandergebeinelt und erhält dann wohlklingende Namen wie: Hundeverhaltensberater oder Hundewissenschaftler. Wenn ich mich nun als doch schon gestandene Hundetrainerin für den Hundverhaltensberater interessiere, werde ich mit Inhalten der Grundausbilung gefüttert, die aber schon vor mehr als 10 Jahren in den Modulen zum Hundepsychologen / Hundetrainer Bestandteil waren. Wie kann es sein, dass Ausbildungen immer wieder umbenannt und neue kreiert werden? Auch heute noch sind Kunden der irrigen Ansicht, dass bei einem Verhaltensproblem ihres Hundes eine Hundepsychologin ins Haus respektive an den Hund muss. Dabei war DIESE Ausbilung zwar sehr umfangreich und spannend, aber rein theoretisch auf Grundlage von Skripten. Die Praxis folgte dann in der Fortstetzung zum Hundetrainer. Und heute? Chaos perfekt, wohlklingende Bezeichnungen, die suggerieren, dass ausgewiesene Fachpersonen mit viel Erfahrung sich ihrem Vierbeiner widmen. So kann ein Berufsanfänger gleich zum Hundeverhaltensberater aufsteigen. Ehrlich: WAS MACHT DEN GENAU EIN HUNDETRAINER? Natürlich habe ich mich bei der betreffenden Ausbildungsstätte erkundigt, ob es denn sowas wie einen modularen Aufbau gebe? Nö, das gibt es nicht. Dafür zwei Vorschläge, die Basisausbildung gleich nochmals zu durchlaufen (sogar in 2 facher Ausführung) um dann mit einer anderen modifizierten Berufsbezeichnung, um tausend und etwas Franken ärmer und um nichts schlauer zu sein. He? Mittlerweile bin ich doch zur Ansicht gelangt, dass die Ausbildung zum Hundetrainer (oder wie immer du dem sagen möchtest) ein äusserst lukratives Geschäft ist. Die Ausbildungsstätten boomen, alle eduqua zertifiziert ( hoffe ich zumindest). Es geht vorallem darum, im Akkord neue Hundefachpersonen ( wieder ein anderer Begriff) auszubilden um im bildlichen Sinn die Kuh zu melken, solange sie noch was her gibt.
Ich erinnere mich an die Zeit, wo ganz viele Lehrpersonen in einer Schnellschulung «ausgebildet» wurden, auch das nahe Ausland hat geliefert. Um mit sinkenen Geburtenraten dann all die Quereinsteiger, für welche kein Bedarf mehr war, zurückzuschicken. So ähnlich war es, als der Sachkundenachweis obligatorisch wurde. Alle müssen in die Hundeschule. Da die Anzahl Hundehalter doch beachtlich ist, wurden dann in einer Schnellausbildungen SKN Hundetrainer auf den Markt geschwemmt. Nicht mal Hundevorerfahrung war von Nöten, einzig die Tatsache, schon als Kind mit dem Nachbarshund so gern gespielt zu haben. Und wie sagte schon Goethe im Zauberlehrling: «Die ich rief die Geister, werd`ich nun nicht los». Also machen wir ein lukratives Geschäft daraus und halten das Rad am Laufen.

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