Hundeknigge? Das war gestern!

Neulich sitze ich zur Mittagszeit mit meinen drei Hunden in einem bekannten Ausflugsrestaurant. Die Stimmung ist entspannt, die Gäste zufrieden, ein sehr angenehmer sommerlicher Wochentag. Die aufgespannten gelben Sonnenschirme verbreiten eine Art Ferienstimmung, obwohl die Schulen schon wieder ihre Tore geöffnet haben und die Kinder und deren Familien im Alltag gelandet sind.

 

Zufrieden schlürfe ich meinen Latte Macchiato, blättere durch eine Tageszeitung und geniesse meine Pause. Die Hunde dösen vor sich hin und sind im Einklang mit sich und der Welt.
Bis diese Idylle jäh unterbrochen wird. Ein kleines wuselndes Hundetier, Grösse Havaneserverschnitt, bringt Leben in die Bude, respektive unter unseren Tisch. Denn genau dorthin hat er sich vorgewagt und mischt die Damengruppe auf. Es dauert einen kleinen Moment, bis ich wieder etwas Ordnung unter dem Tisch geschaffen habe – wer lässt sich schon gerne im Tiefschlaf von einem Hunde - Wusel den Hintern beschnüffeln ? Meine Damen sicher nicht. Doch der kleine Rüde hat da eine gänzlich andere Vorstellung von seiner Wirkung auf die Damenwelt. Er rennt freudig von einem Hundehinterteil zum nächsten und wächst förmlich über sich hinaus. So langsam wird’s mir dann zu bunt. Vorsichtig schaue ich in die Runde der anderen Gäste und frage mich insgeheim, wem ich dieses nervende Fellknäuel zuordnen, respektive weitervermitteln kann. Das Publikum schaut zwar interessiert rüber, bei dem bleibts dann aber auch. Auch das Ehepaar am Tisch vor mir dreht sich nur mal kurz in unsere Richtung – nee, von denen kann der Hund ja wohl nicht sein, die schauen ja schon wieder weg. Unterdessen nervt der Kleine weiter. Soll ich DEN jetzt ausrufen lassen? Kleiner ätzender Rüde sucht seinen Menschen? Bitte melden Sie sich am Empfang? Und dann passierts: aus dem Nichts taucht sein Klon auf: Genauso nervend und genauso wenig angeleint wie sein Ebenbild. Was soll das denn nun? Der erste Wusel überlässt seinem Klon die Damenschaft und geht erst mal eine Runde pinkeln. Natürlich nicht auf die Wiese rüber, seine «Markierbäume» sind gefühlte 3 Stuhlbeine am Nachbarstisch. Danach marschiert er zügig weiter zu den für Hunde bereitgestellten Wassernäpfen und setzt gleich noch einen Haufen dazu. So, denke ich, jetzt wird gleich jemand sehr schnell von seinem Stuhl aufstehen, um das peinliche Häufchen in eine rote Plastiktüte zu stecken. He? Suchend lasse ich meinen Blick in die Gästerunde schweifen. Da tut sich NICHTS! Nur das Paar am Tisch vor mir schaut kurz hin. Das wars dann aber auch. Und ich schaue auch kurz hin zu DENEN und sehe eine Hundeleine an DEREN Stuhl hängen. Genau, nicht am Hund. Sehr gewagt zu fragen, ob das DEREN Hunde sind? Ja, wieso meinen Sie? War die lapidare Antwort. Kurzes Sprachverschlagen meinerseits, einen Hinweis darauf, dass sie erstens meine Hunde nerven und zweitens ihre Häufchen in die Gartenwirtschaft setzen und die Stühle begiessen. Ja, und? Sagt`s und zuckt im wahrsten Sinne des Wortes mit den Schultern. Kein Stuhlrücken und Aufstehen um das Missgeschick zu beheben. Die bleiben einfach SITZEN! Erneutes kurzes Sprachverschlagen meinerseits. Während die zwei Hunde weiter nerven. Bis ich dem ein Ende setzt und die zwei Jungs nach drüben beordere. He was soll das denn? Geht’s noch? Was fällt Ihnen ein, unsere Hunde zu verscheuchen? Die geneigte Leserin ahnt: Kurzes heftiges Sprachverschlagen meinerseits.
Hundeknigge, Hundeschule, Nationales Hundehalterbrevet, obligatorischer Kursbesuch, Welpengruppe, Junghundetraining, Erziehungskurs, Alltagstraining… Was tun, wenn der Mensch nur mit minimalem Anstand gesegnet ist und seine Hirnleistung für ein kurzes Reflektieren der situativen Begebenheiten nicht ausreicht?
Ehrlich gesagt, keine Ahnung. Manchmal ist es für das eigene Nervenkostüm am Schonendsten, sich nicht mit Ignoranten auf zwei Beinen anzulegen. Das merk ich mir fürs nächste Mal und tue genau das, was alle anderen auch tun: kurz hingucken, das Gesicht verziehen und hoffen, dass jemand anders motzt. Für dieses Mal habe ich eine Lektion erhalten im Austeilen von Schimpfwörtern. Natürlich nicht von den zwei Wusel-Hunden, sondern von deren Besitzern.

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