Anekdote aus dem Leben einer Hundetrainerin

HundetrainerIN ist ein sehr facettenreicher Beruf. Man denkt jetzt sicher an all die unterschiedlichen Hundis mit all ihren unterschiedlichen Charakteren, Eigenheiten, Besonderheiten, Liebenswürdigkeiten und anderen Themen, die das Leben einer Hundetrainerin beglücken und bereichern. Das tun sie in der Tat. Sehr ausgiebig und täglich! Dafür bin ich sehr dankbar und berührt.
Nicht minder spannend und bereichernd sind die zweibeinigen Wesen am anderen Ende der Leine. Zumindest in den meisten Fällen. Mit -gottseidank – wenigen Ausnahmen , DIE dann aber schlichtweg unter der Leinenlinie, um diese Metapher etwas relaxter zu benutzen.

 

Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich psychologisch gut aufgestellt und geschult bin, zumal ich seit Jahren auch mit Menschen therapeutisch arbeite. Was ich leider immer noch ab und an ausser Acht lasse, ist mein inneres Warnsystem bei Erstgesprächen am Telefon. Wenn`s kompliziert anfängt, endet es auch kompliziert und – auch hier: gottseidank- dann auch verfrüht.

Was HundetrainerInnen zum Teil über sich ergehen lassen sollten, kann man entweder unter schwierig oder einfach unter sehr unverschämt ablegen.

Und ich habe mir geschworen: wenn ich den Satz höre: «ich komme nur in die Hundeschule, weil ich von Amts wegen muss, schliesslich mein x-ter Hund, ich weiss, wie man mit Hunden umgeht», bedanke ich mich höflich und hänge ein: «ich habe leider keine Kapazität»- Statement hinten dran und den Hörer auf die Gabel, respektive betätige bei meinem Handy den roten Button.

Muss ich denn die Welt retten? Nööööö. Muss ich mich von einem Hundehalter beleidigen lassen? Nochmals nööööö. Muss ich in der Hundeschule therapeutisch wirken – also mit den Menschen? Auch hier nöööööö. Ausser, ich habe explizit einen Auftrag für tiergestützte Therapie. Das mache ich gerne und mit Freude. Alles andere ist nicht meine Angelegenheit.

Beschimpft kann man als HundetrainerIN für vieles werden, denn ein neurotisch aufgestellter Hundehalter lässt einem in jede Fett – Tonne reinfallen, da kann man noch so gezielt formulieren und die Worte behutsam wählen. Er stellt einem die Tonne trotzdem sehr gerne und mit Absicht direkt vor die Füsse hin.

Beispiel gefällig? Ein Welpe frisst angeblich seit dem Einzug ins neue Heim vor 3 Tagen nur sehr mässig. Man habe jetzt schon 5x ein anderes Futter gekauft und ihm hingestellt. Ich wage die Bemerkung, dass der Welpe möglicherweise zuerst «ankommen» muss, sich im neuen Leben zurechtfinden, so ohne Geschwister und so und es eher ungünstig ist, in dieser Phase des Einlebens das Futter oft zu wechseln .
PENG!!! Die Schimpftirade dauerte sicher 1 Minute an. Was ich mir einbilde, was mir überhaupt einfalle, ich kenne seinen Welpen ja gar nicht; er lasse doch seinen Welpen nicht verhungern, was denn mit mir los sei; und nach diesem Ratschlag von mir komme er nun ganz sicher nicht mehr zu mir in die Hundeschule. Leider kam er dann doch, weil ich meinen Hundetrainerstandort trotz meinen guten Vorsätzen verlassen habe und auf seine «Mein – Welpe – verhungert – Angst» therapeutisch eingestiegen bin. Anstatt an diesem Punkt geistesgegenwärtig unsere Arbeitsbeziehung zu stoppen. Das passierte dann etwas später zwangsläufig, weil ich es wagte, darauf hinzuweisen, dass es von Vorteil ist, wenn der Welpe über Zerren an der Leine nicht zum Erfolg kommt. Man ahnt es: 2. Fett- Tonne. Voll rein gefallen. "Was ich mir einbilde, er habe vorher einen grossen Hund gehabt etc. Ich hätte ja keine Ahnung und so weiter und so fort". Das war`s dann definitiv von meiner Seite. Punkt und Schluss.
Und was kommt dann noch hintendrein: Androhung einer Rechnung für den Hundecoiffeur, weil sein Welpi im etwas regnerischen Wetter auf der etwas feuchten Wiese beim Spiel mit einem anderen Welpen sein gepflegtes Fell schmutzig gemacht hat. Ich sitze hier und schwanke zwischen lachen und lachen. Irgendwann werde ich ein Buch mit Anekdoten aus der Hundeschule schreiben.

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