Kommunikation hat viele Tücken

Kommunikation hat viele Tücken und das nicht nur in der Kommunikation mit Hunden.
Ich bin manchmal ganz froh, dass meine Hunde das 4 Ohren – Modell von Schulz von Thun nicht kennen. Wie kompliziert würde mein Zusammenleben mit den drei Damen, wenn sie primär über das Selbstoffenbarungsohr mit mir in Kontakt stünden. Jede kleine Empfindlichkeit mit mir austragen oder aushalten müssten, meine Erwartungen erfüllen und mir jeden Wunsch von den Augen ablesen. Mit den Gefühlen kommen sie ja noch einigermassen klar. Aber wenn sie sich dann auch noch den Kopf über meine (nicht-) erfüllten Bedürfnisse zerbrechen müssten, würden sie sicher über kurz oder lang ihr Bündel schnüren und auswandern.


Was ich im Weiteren sehr schätze in der Kommunikation mit Hunden, ist ihr Unvermögen, nicht kongruente Aussagen oder Ansagen zu verstehen. Oder gar den Versuch zu machen, diese zu interpretieren. Ganz im Gegenteil. Sie nehme sich das raus, was aus Hundesicht einigermassen verständlich ist und handeln dementsprechend.
Was tue ich also als umsichtiger Hundemensch? Ich versuche, meine Aussagen mit meinen Emotionen und meinen Intentionen in Einklang zu bringen, respektive zu untermalen. Natürlich geben sich die Hunde Mühe, unsere Nachrichten zu entschlüsseln. Da haben sie schon reichlich zu tun im Filtern von relevanten und nicht relevanten Wörtern in ellenlangen Sätzen. Nun auch noch rauszuhören, wie wir das, was wir sagen, auch meinen: als Appell, als Selbstoffenbarung, als Beziehungsansage, als sachlicher Inhalt oder als Selbstkundgabe lässt den einen oder anderen Hund dann doch eher verunsichert im Regen stehen.
Ich stelle mir manchmal vor, wie einfach es doch wäre, wenn der Mensch das Sachohr etwas mehr gewichten würde in der Kommunikation und auch den Sachinhalt etwas mehr ins Zentrum seines Bewusstseins rücken könnte. Und das nicht nur in der Kommunikation mit Hunden.
Wir alle tragen unsere Rucksäcke, angefüllt mit Kommunikationserfahrungen und Kommunikationsmustern mit uns rum. Die einzelnen Fächer im Rucksack sind nicht immer gleich gross, beim einen ist das Appellfach mehr gefüllt, bei der anderen steht das Selbstoffenbarungsabteil an erster Stelle, wenn es ums Packen geht. Oder ein anderer Wanderer nutzt den Raum für Sachinhalte. Bei vielen Rucksäcken wurde das Beziehungsfach sehr grosszügig angelegt.
Und wenn wir als Wanderer – was wir im Leben nun mal sind – auf Weggefährten treffen, egal wie lange diese uns begleiten – kann es schon vorkommen, dass wir unsere Rucksäcke etwas neu packen oder die Inhalte umlagern müssen. Es sei denn, wir bestehen darauf, dass unser Rucksackmodell mit allen abgestimmten Inhalten das Non-Plus-Ultra ist und deswegen unbedingt so bleiben muss.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein ausgewogenes Packen und den Mut, Balast auch mal abzuwerfen, um für Neues Platz zu machen.

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