Stille zum Jahresbeginn

"Dort, wo die Stille Raum bekommt, beginnt die Kommunikation"

(Bea Koti, Januar 2017)

Der erste Tag im 2017. Die Bäume eingehüllt in einen weissen Mantel aus vielen kleinen Kristallen. Die Sonne sucht sich ihren Weg durch den nebelhaften Morgen. Wir sind unterwegs in der Stille des Waldes. Die Menschen schlafen aus, die Waldtiere erholen sich vom Schrecken der vergangenen Nacht. So laut war es, überall diese „Schüsse“. So viel Angst war im Wald.
Meine zwei Hundedamen und ich geniessen den Frieden, gehen miteinander durch den Zauberwald. Diese innere Ruhe und Zufriedenheit. Wie gerne möchte man solche Momente festhalten. Sich später am Tag daran erinnern wollen. Ich schaue meinen zwei Begleiterinnen zu, wie sie so ganz zufrieden mit sich und der Welt mal hier mal dort stehen bleiben, etwas beschnüffeln oder begucken, geruhsam weitertraben und immer wieder zu mir und zueinander Kontakt aufnehmen. Wir bewegen uns als kleine Einheit durch die Natur, es braucht keine Worte, keine „Kommandos“, keine Leinen. Ab und an bleiben wir stehen, horchen in den Wald hinein, setzen uns auf eine Bank und lauschen den Geräuschen. Wie gerne möchte ich für einmal eine so feine Nase haben oder ein so gutes Gehör wie meine Hunde. Wie spannend muss doch deren Welt sein. So wenig brauchen sie, um vor Glück zu strahlen. Wir ziehen weiter; da wird auf einen Baumstrunk gehopst, dort über einen Stamm balanciert, hin und wieder zu einem kleinen Laufspiel aufgefordert und das alles ganz zwanglos, mal beginnt die eine Hündin, dann hat die andere eine Idee. Und dazwischen liegen wieder diese Minuten des friedlichen Dahinschlenderns durch die Morgenluft.


Nach mehr als einer Stunde sind wir wieder an unserem Ausgangsort angelangt. Und mitten in der Zivilisation gelandet. Inzwischen sind auch die anderen „Hündeler“ aus ihren Betten gekrochen. Der Parkplatz füllt sich, beliebter Ausflugsort. Kofferraumdeckel öffnen sich, Hunde stürzen in den Tag. Viele viele Worte fallen: Warten, Sitz, Stopp, Halt, Bello, Sitz, Bello, Warten… ein endloser Wortschwall von Befehlen. Während dem Bello sich vergnüglich tut und den benachbarten Kofferraumhund gleich mal auf den Hinterbeinen angeht. Wäre da die Leine nicht, die mit knapper Not festgehalten wird, beide Beine in den Boden gestemmt. „Ja, gell, do chunnt no en Hund. Jö gell hesch halt Freud. Aber muesch no wartä, mach schön Sitz, er isch halt no jung, hät immer so Freud, jetzt muesch aber sitzä, chum sitz“
Meine Hunde und ich stehen da und staunen. Was so ein Mund in kürzester Zeit von sich geben kann ohne dass zwei Fellohren auch nur das allermindeste davon aufnehmen, ist einfach überwältigend.
Schliesslich ziehen die Hunde ab – im wahrsten Sinn des Wortes – mit je einem Wesen auf zwei Beinen im Schlepptau.
Menschen, getraut euch doch, ruhiger zu werden. Innerlich und äusserlich. Getraut euch, genau hinzusehen, hineinzuhorchen, in euch zu gehen. Achtet auf eure Körpersprache, geht bewusster damit um; achtet auf eure Worte, geht sparsam damit um. Achtet auf eure Emotionen und kontrolliert diese, wo nötig. Seid nicht nachtragend, sondern offen für jeden neuen Moment. Arbeitet nicht gegen eure Hunde, sondern mit ihnen. Beobachtet diese wunderbaren Wesen und lernt von ihnen, wie es sich anfühlt, ganz im Hier und Jetzt zu sein. Auch ohne viele Worte. Und ihr werdet staunen, wie nahe ihr euch und euren vierbeinigen Freunden dadurch kommt.

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