Verbindlichkeit - ein Fremdwort

An dieser Stelle muss ich mir einfach mal meinen Hundetrainerinnenfrust zum Thema: „Einhalten von Konditionen“ von der Seele schreiben. Und ich bin sicher, dass es nicht wenigen meiner BerufskollegInnen ähnlich geht.

Wie es in der Geschäftswelt so üblich ist, haben wir unsere Geschäftskonditionen. Genauso, wie wenn ich in der Migros - Clubschule einen Kurs buche oder Online Shoppen gehe. Was steht da doch so schön vor Kaufabschluss und kommt Mann und Frau nicht dran vorbei? „Bitte Konditionen bestätigen“ und setzt man da kein Häkchen, läuft gar nichts.
Nun soll mir mal einer erklären, wieso einige Menschen davon ausgehen, dass es beim Hundekurs so anders ist. Obwohl der Hinweis auf die Konditionen immer in der Anmeldung dabei ist, sogar mit Beiblatt UND auf der Webseite zu lesen.
Wie war das nochmals, mit dieser kurzfristigen Absage am Kurstag, 1h vor Kursbeginn? Und hier sei angefügt, dass der Kurs über 5 Termine geht und – ja erraten, so steht es in den Konditionen geschrieben- eine Anmeldung für den gesamten Kurs verbindlich ist, da ja auch ein Platz besetzt wird und nicht mehr zu vergeben ist. Ich werde nach meinem Hinweis auf eben diese Konditionen – die man sich ja ganz genau durchgelesen hat- , nach 4 Jahre  Zusammenarbeit mit DEM Mensch und SEINEM Hund ab sofort gesiezt, mit der Bemerkung: das sei aber überhaupt nicht freundschaftlich und ich schon gar nicht weiterzuempfehlen. Sic!


Haben Sie das schon jemals in der Migrosclubschule versucht? Oder bei einem anderen Kurs ausserhalb der Hundewelt?
Oder jene Kundin, die sich die Konditionen ganz genau durchgelesen hat – wie sie sagt – und sicher auch gelesen hat, dass Kurse im Voraus zu bezahlen sind. Nach 3 Wochen – genau, Lektion hat stattgefunden – habe ich gewagt nachzufragen, kommt postwendend eine lange Erklärung, wieder vergeht 1 Woche, wieder nachgefragt, wieder postwendend eine Antwort: ich sei ungeduldig und penetrant. Und zudem geldgierig und überhaupt: ich arbeite ja gar nicht aus Berufung, sondern nur des Geldes wegen.
Ich frage mich: was geht nur in solchen Menschen vor? Hat es damit zu tun, dass man und frau zwar gerne annimmt, auch wenn es über die vereinbarte Leistung hinausgeht, das als selbstverständlich anschaut, nur um dann zuzuschlagen, wenn es um vereinbarte Konditionen geht, welche von genau demselben Kunden dann einfach übersehen werden? Plötzlich ist das Hundetraining nicht empfehlenswert, obwohl man im Vorfeld doch sehr profitiert hat.

Was mich im Weiteren sehr wundert ist diese Art, auf einer sehr persönlichen Ebene zuzuschlagen. Sind wir HundetrainerInnen Projektionsflächen für Frustration? Oder nimmt man unsere Berufsgruppe manchmal nicht ganz so ernst, weil „Mit dem Hund was machen“ zur Freizeitbeschäftigung gehört? Zu der des Kunden natürlich.
Ich liebe meine Arbeit mit Hund und Mensch – ja, genau: Arbeit und nicht Hobby. Aber ich habe das unverschämte Glück, dass ich mit grosser Freude arbeite. Und mit meiner Arbeit Geld verdiene, um meinen Lebensunetrhalt zu bestreiten, genauso wie jeder andere auch in seinem Beruf. Hobby sind MEINE Hunde. Ich schätze und mag meine Kunden sehr, egal ob 2 oder 4 beinig. Und doch erachte ich es als selbstverständlich – zumindest für mich – Freundschaftsbeziehungen von Geschäftsbeziehungen ganz klar zu unterscheiden. Oder dürfen Sie bei der Freundin, welche in der Migros an der Kasse sitzt, einfach Ihr Einkaufswägelchen vorbeischieben? Und enttäuscht sein, wenn sie damit nicht einverstanden ist? An Ihre Freundschaft appellieren und sie fortan siezen?
Gottseidank machen solche Zeitgenossen nur einen Bruchteil meiner Kunden aus. Sonst würde ich irgendwann meinen Beruf an den Nagel hängen.
Aber- um hier ganz ehrlich zu bleiben- : krass und unverschämt finde ich es trotzdem und dazu stehe ich.


Ich möchte mich an dieser Stelle bei all den vielen tollen Kunden und deren Hunden bedanken, die mir meinen Berufsalltag mit soviel Freude füllen. Dafür stehe ich jeden Morgen gerne auf.

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