obligatorische Hundekurse - ein Fazit (Leserbrief Landbote)

Etwas zweimal im Jahr steigt das „Interesse“ an den obligatorischen Hundekursen exponentiell an. Und zwar leicht zeitlich verzögert mit den verschickten Aufrufen der Stadt Winterhur an säumige Hundehalter, die geforderten Nachweise zu erbringen. Sehr erstaunt bin ich jeweils über Anfragen mit dem Inhalt: ich muss sofort den SKN Theoriekurs besuchen. Haben Sie in der nächsten Woche einen Kurs? Ja, wir haben schon einen Hund, seit ca. 1 Jahr. Aha! Mit den SKN Praxiskursen verhält es sich in etwa ähnlich: ich muss den Kurs innert 1 Monat absolviert haben. Ja, den Hund habe ich schon seit 14 Monaten. Aha! Für den/die  nicht informierte/n LeserIn: das Gesetzt verlangt einen Theoriekurs VOR Anschaffung eines Hundes und der Praxiskurs muss innerhalb eines Jahres nach Anschaffung absolviert werden. Bei den obligatorischen Welpenkursen im Kanton ZH tönt es bei Anfragen ähnlich: haben Sie diese Woche noch einen Platz in der Welpengruppe?  Mein Welpe ist schon 12 Wochen alt und zieht heute ein. Aha! Soviel zu Planung im Vorfeld, Hundeschulen anschauen gehen etc.

Fragt sich doch die Hundetrainerin, was so ein Gesetzt nützt, wenn sich ein geringer Prozentsatz daran hält; ganz sicher nicht den Hunden. Wieviel Leid würde denen doch erspart bleiben, wenn sich der Mensch im Vorfeld ausgiebig mit der Frage auseinandersetzt, was es denn bedeutet, einem Hund ein artgerechtes Zuhause zu bieten und ob der Mensch dazu überhaupt in der Lage ist. Im weiteren würde es sicherlich weniger unpassende Mensch – Hund Teams geben, wenn sich der Mensch mit den Besonderheiten der gewählten Rasse vorher befasst. Zu vielen Fragen gibt es im SKN Theoriekurs Informationen und auch die Möglichkeit, sich Fachwissen anzueignen. Ein Hundewelpe ist schnell gekauft, auch der treue Blick eines Tierheimhundes weckt den Retter im Menschen. Nur: damit ist es leider nicht getan.

Ich hege den Gedanken, dass vorallem die Ausbildungsstätten profitieren, welche in ein paar Wochenendkursen SKN – berechtigte Hundetrainer auf den Markt schwemmen, weil es gerade in ist, Hundetrainer zu sein. Kann man gut nebenbei machen und verdient erst noch Geld damit. Die Qualität solcher Ausbildungen lässt nicht selten zu wünschen übrig. Und die durchgeführten SKN Kurse auch. Der Markt ist unüberschaubar und übervoll.

Ich appelliere weniger an das Durchsetzen von obligatorischen Kursen, sondern an den sich seiner Verantwortung bewussten Hundehalter. Informiert euch über Hundeschulen und Hundetrainer im Vorfeld, geht vorbei, schaut euch Lektionen an oder vereinbart einen Gesprächstermin. Die Ausbildung von Mensch und Hund soll Freude machen, beide motivieren, die Lust am gemeinsamen Lernen wecken und keine vorgeschriebene Pflichtübung sein.

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